ia Writer for Mac vs. Byword

ia Writer für den Mac ist da. Endlich. Lange drauf gewartet, sogar Oliver Reichenstein angeschrieben, um mich auf die Liste der Beta-Tester set­zen zu lassen (aber lei­der nach einem blitzschnellen OK nichts mehr davon gehört).

Jetzt ist das Schreibprogramm also da. Und ich werde es mir wohl nicht holen.

Zu groß ist der Preisunterschied zu Byword und zu klein scheinen die Unterschiede zu sein. Vergleichen wir ein­mal ein paar Punkte, die ia Writer hervorhebt:

  • Automarkdown: Markdown Formatierungen wer­den offen­bar her­vorge­hoben, also erscheinen Überschriften fett, die Rautensymbole wer­den nach links aus­gerückt. Eine nette Idee, die ich mir für Byword auch wün­schen würde. Andererseits kann ich bei Byword entweder for­matierte rtf-Texte schreiben, oder reine Markdown-Texte. Diese kann ich mir dann direkt als Vorschau anzeigen lassen, als HTML-Dateien exportieren oder den Code in die Zwischenablage kopieren. Und ia Writers Automarkdown funk­tion­iert (noch) nicht mit Links.

  • FocusMode: Nur ein Satz wird im FocusMode von ia Writerher­vorge­hoben, die anderen verblassen. Praktisch, um nicht der Versuchung des Editierens beim Schreiben zu erliegen. Außerdem bleibt der Cursor dabei in der Mitte des Bildschirms. Byword besitzt etwas Ähnliches, nur funk­tion­iert die Hervorhebung zeilen­weise, und man kann zwis­chen einer und 9 Zeilen wählen, die im Fokus ste­hen sollen.

  • Typographie: Wie es aussieht, wird ia Writer wie auch die iPad-Version mit der fest eingestell­ten Nitti Light aus­geliefert, die auch nicht verän­dert wer­den kann. Eine nette Schrift, die ich allerd­ings auch bei Byword ein­stellen kann, wenn ich sie besitze. Für einige wird die fest eingestellte Schrift ein Vorteil sein, weil es keine Spielmöglichkeiten gibt. Andere wer­den sich ärgern, ihre gewohnte Lieblingsschrift wie Menlo oder Monaco nicht wählen zu können.

  • Disappearing Bar: Der Fensterbalken ver­schwindet. Ist bei Byword aber auch so gut wie nicht vorhan­den. Und im Vollbildmodus sowieso weg.

  • Reading Time: iaWriter gibt die unge­fähre Zeit an, die es dauert, den Text zu lesen. Nettes Feature, das sonst nie­mand hat.

Leider erfährt man nicht, ob ia Writer automa­tisch spe­ichert, was mich per­sön­lich mehr inter­essieren würde als ein ver­schwinden­der Fensterbalken. Das wäre ein echter Vorteil gegenüber Byword.

Insgesamt ist ia Writer wohl noch etwas reduzierter in den Einstellmöglichkeiten (bei Byword kann ich immer­hin die Schrift wählen und muss mich zwis­chen einem hellen oder einem dun­klen Thema entschei­den) aber für mich sind die Unterschiede nicht so groß, dass ich den ziem­lich stram­men Preis von 14,49 Euro (um 10 % gesenk­ter Einführungspreis) zahlen würde, wenn ich Byword für 7,99 Euro bekomme. Da ist Byword für mich die klare Kaufempfehlung.

Über frank

Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau), Creative Director, Texter, Journalist, Leser, Mac-Nerd, Jogger

28. Mai 2011 von frank
Kategorien: Mac, markdown, OsX, writing | Schlagwörter: , , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Wollte mir IA auch erst nicht kaufen da ich auch etwas ent­täuscht war aber ich kaufte dann doch und nun ziehe ich iA der Byword App vor. Irgendwie ist das feel­ing beim iA noch etwas besser als bei Byword. Und das her­vorheben von Markdown ist schon nicht schlecht. Die HTML Export funk­tion ist auch nett bei byword aber das würde ich eh nie nutzen.

    Ich glaube mit bei­den macht man nichts falsch :)

  2. Ja, dieses Automarkdown ist ok, das würde ich mir von anderen auch wün­schen. Aber ich brauche für meine neuerdings.com Texte Markdown, das auch mit Links funk­tion­iert. Und im Vergleich finde ich ia Writer schon ziem­lich teuer. Immer noch bil­lig für eine vernün­ftige Textverarbeitung, ich weiß. Aber ich kenne mich: in ein paar Wochen gibt’s die näch­ste App oder ein Update und ich wech­sle wieder. Im Moment nutze ich haupt­säch­lich das Trio nvALT, ByWord und Grand View, wobei natür­lich Smultron und Textwrangler genauso auf der Platte sind wie Writeroom. Wenn der Preis unter 10 Euro läge, würde ich bei ia Writer vielle­icht auch schon wieder schwach werden.

    Aber wenn Du ia Writer for Mac nutzt: spe­ichert es automa­tisch? Und ist die Nitti Light als feste Schrift einge­bun­den? Nur mal so inter­esse­hal­ber ;-)

  3. Pingback: Schreiben (mit Markdown) auf dem Mac: Eine Übersicht | kazam

  4. Danke für diesen schö­nen Vergleich. Habe mich auch nun für ByWord entsch­ieden. Nachdem ich auch schon viele Tools aus­pro­biert habe, scheint ByWord meinen Wünschen am ehesten zu entsprechen, wobei ich bei dem Preis von ia Writer zurück­geschreckt bin (ist ja auch eine Unverschämtheit keine Demo anzu­bi­eten — nun, selbst schuld ;) ) WriteRoom kommt mir ebenso in den Sinn, wobei ich diese Container-Speicherung abso­lut nicht umgänglich finde.

    Fraise (oder Smultron) bleibt nach wie vor zum Coden für mich auch weit­er­hin unverzichtbar.

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