Schreibprogramme für das iPad — eine Übersicht
Seit ich dank der Opferbereitschaft meiner lieben Frau ein iPad besitze, kann ich meine Texteditoren-Leidenschaft auch hier ausleben. Und natürlich lasse ich auch gerne die wenigen Leser hier an meinen Erfahrungen teilhaben. Also, wie sieht’s aus: Kann man mit dem iPad schreiben, texten, schriftstellerisch tätig sein?
Auf jeden Fall. Es gibt eine Unmenge von Schreib-Apps für iOS und speziell für das iPad. Als kleine Auswahlhilfe werde ich hier ein paar von denen vorstellen, die ich ausprobiert habe und wirklich nützlich finde.
Allerdings zunächst in aller Kürze. Überraschenderweise haben sich bei mir Texteditor-Junkie mehr Schreibprogramme angesammelt, als ich gedacht hätte. Das sprengt den Rahmen eines Blogposts und reicht für eine kleine Serie. In den nächsten Wochen und Monaten kommt hier also immer wieder mal einen Artikel über eines der folgenden Programme, dann auch mit ein paar Bildschirmschüssen.
Alles auf die Dropbox
Die meisten von Ihnen greifen auf meine Dropbox zu (Wer immer noch keine hat und sich über diesen Link anmeldet, erhält 250 MB kostenlosen Speicherplatz extra, genau wie ich auch. Das sind viieeeele Seiten Text).
Konzentration auf das Wesentliche
Aber zurück zu den Schreibprogrammen. Zum reinen Schreiben verwende ich tatsächlich iA writer. Schöne, große Schrift, praktische zusätzliche Tasten über der Soft-Tastatur sowie ein Fokus-Modus, der alles außer den aktuellen Zeilen ausblendet. Um den ganzen Text zu kopieren oder per eMail zu senden reichen zwei Fingertipps. Keine Spielereien möglich. Wirklich sehr schön. Und sehr reduziert. Das Programm speichert Änderungen angeblich alle 2 Sekunden selbsttätig.
Writings verwendet eine meiner Lieblings-Serifenschriften, die Gentium, von Gerrit auf Praegnanz sehr schön beschrieben, über deren Version mit 4 Schriftschnitten ich auch schon auf kazam geschrieben habe. Writings ist eine elegante Schreibumgebung mit Dropbox-Speichermöglichkeit, die ich nur deshalb selten verwende, weil mir die zusätzliche Tastenreihe fehlt, die iA writer und Nebulous Notes bieten.
Mirakulöse Makros
Nebulous Notes dagegen unterstützt Dropbox in einer etwas gewöhnungsbedürftigen Form. Es wird nicht ein ganzer Ordner komplett synchronisiert, sondern nur die Dateien, die man geladen hat, um sie zu bearbeiten. Dafür bietet Nebulous Notes aber Macros, mit denen man sich seine eigene Zusatztastenleiste gestalten und nach Wunsch zusammenstellen kann. Einzigartig, soviel ich weiß. Außerdem ist es eine Universal App, die auf iPhone und iPad läuft.
Universal Apps, universell verwendbar
Eine ganze Zeit lang war Elements meine universelle Schreib-App. Für iPad und iPhone, synchronisiert bei jedem Start den Dropboxordner, sortiert neueste Einträge nach oben, wenn gewünscht und lässt auch Suchen zu. Leider dauert der Abgleich immer eine ganze Weile, und eine Leiste mit Zusatztasten besitzt Elements auch nicht. Dafür aber eine Art Notizblatt, das man mit einem Fingertipp aufrufen kann. Und natürlich eine Markdown–Vorschau.
Nocs hat seinen Namen daher, dass es mit Notes und Docs umzugehen versteht. Als Universal App funktioniert es auf iPhone/iPod und iPad, unterstützt Markdown und die freie Wahl eines Dropbox–Ordners. Bei anderen ist man an einen bestimmten Ordner gebunden oder muss mit Symlinks tricksen.
HTML als Standardformat
Essay geht einen ganz eigenen Weg, und den recht elegant. Das Programm speichert Dateien im HTML-Format und hübscht sie durch integrierte CSS-Styles auf. Keine schlechte Idee, so lassen sie sich auf jedem Rechner anzeigen und bearbeiten. Dropbox wird natürlich unterstützt, es gibt einfache Formatierungsmöglichkeiten und auch einen Vollbild-Modus. Die Universal-App sieht auch auf dem iPod Touch bzw. dem iPhone sehr gut aus. Da hat sich jemand mal richtig Gedanken gemacht.
Für Techniker
Textastic ist eher etwas für Programmierer, was man an der Unterstützung der verschiedensten Syntax-Modi merkt. Man kann nicht nur auf die Dropbox zugreifen, sondern auch auf (S)FTP-Server. Allerdings muss man die Dateien erst herunterladen, um sie lokal zu bearbeiten. Wahrscheinlich sicherer, aber auch umständlicher gelöst als bei anderen.
Notizen, Texte und Aufgaben aller Art
Zum Schluss noch eine wirklich multifunktionale App, die sich auch prima zum Schreiben mit Markdown eignet: Notebooks. RTF, PDF, WORD etc. werden angezeigt, TXT-Dateien geschrieben. Mit Markdown formatierte Texte werden in HTML-Dateien umgewandelt, in deren Header der komplette Markdown-Text erhalten bleibt. Interessantes Konzept. Notebooks eignet sich auch, um To-Do-Listen anzulegen. Unerledigte Aufgaben zeigt das Programm-Icon auf Wunsch an. Keine Wünsche lassen die Synchronisationsmöglichkeiten von Notebooks offen. WebDAV, Dropbox, WiFi-Sharing sowie das Open Source-Programm SyncDocs werden unterstützt.
Der Ausreißer — keine Dropbox, aber gut in Markdown
Wenn es allein darum geht, in Markdown zu schreiben, ist allerdings Edito ungeschlagen. Dieser Editor besitzt eine zusätzliche Tastenreihe, die ganz auf die Markdown-Textverarbeitung zugeschnitten ist und auch die nachträgliche Formatierung sehr vereinfacht. Außerdem gibt es einige nette css-Vorlagen, die verschiedene Vorschauen des Textes ermöglichen. Leider keine Dropbox–Unterstützung, ich warte schon eine ganze Weile auf ein versprochenes Update.
Sprechen statt Schreiben
Eine Sonderstellung nimmt Dragon Dictation ein. Ein kostenloses Diktierprogramm für iOS, das es ermöglicht, Gesprochenes in Text umzusetzen. Man spricht einfach seinen Text in ein Mikrofon hinein, und das Programm macht eine geschriebene Textdatei daraus. Sogar auf Deutsch! Dieser Text zum Beispiel wurde in Dragon Dictation diktiert. Ich habe nur ein paar kleinere Änderungen vornehmen müssen, der Rest wurde super erkannt. Und das beste daran: Dragon Dictation ist kostenlos! Allerdings braucht man eine bestehende Internetverbindung, ansonsten ist nichts mit Diktieren.
Hi, ich bin Frank. Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau). Ich arbeite als
Tolle Übersicht, vielen Dank!
«Trunk Notes» fehlt noch… ist unglaublich vielseitig.……
Danke für die Erinnerung. Habe den Trunk-Notes Text nachgereicht. http://kazam.de/blog/2011/06/09/trunk-notes-das-markdown-wiki-auf-dem-ipad-und-iphone/
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