Wuala oder DropBox?

Anlässlich eines Tests hat sich mein Wuala-Speicher für die nächsten 2 Jahre auf 5 GB erhöht, was für mich ein Grund war, Wuala noch einmal mit Dropbox zu vergleichen.

Beide bieten kostenfreien Speicherplatz, der gegen Bezahlung erweitert werden kann. Aber wie sie das tun unterscheidet sich doch ziemlich.

An meine Wuala-Daten komme ich nur, wenn ich das Programm Wuala starte. Dann öffnet sich ein Fenster mit den Dateien und ein Volume wird gemountet. Ich benötige also unbedingt eine funktionierende stabile Internetverbindung.

Die Dropbox-Dateien hingegen liegen im Dropbox-Ordner auf meiner Festplatte und lassen sich in jedem Fall bearbeiten. Nur das Abgleichen mit dem Online-Ordner, das automatisch im Hintergrund stattfindet, wenn das Programm geöffnet ist, benötigt einen Zugang zum Internet. Ich kann also mit meinem Net- oder Notebook offline arbeiten, und sobald ich wieder WLAN habe, werden die Daten ins Netz hochgeladen

Und gerade das finde ich so klasse bei Dropbox. Einmal einrichten und vergessen. Das Progrämmchen startet automatisch und arbeitet im Hintergrund. Ich muss kein Volume mounten, keine automatische Sicherung anstoßen oder Ähnliches. Bei Cashy findet man noch viel mehr und Ausführlicheres zu Dropbox, z.B. auch eine Anleitung, um es mit TrueCrypt-verschlüsselten Dateien zu nutzen.

Wer das Programm immer noch nicht kennt, sollte sich über diesen Link bei Dropbox anmelden. Dann startet er gleich mit 2,25 GB Speicher statt mit 2 GB, und ich bin meinem Ziel, den 5 GB kostenlosen Speicher, auch wieder 250 MB näher.

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4 comments ↓

#1 Thomas Mäder on 02.06.10 at 1:46

Hallo Frank, vorab erst mal die Warnung das ich Entwickler bei Wuala bin, also vielleicht nicht ganz unvoreingenommen ;-) Du hast die Qualitäten von Dropbox sehr schön beschrieben. Es gibt aber doch einige Dinge, wo Wuala klar die Nase vorn hat. Erstens mal stimmt es natürlich nicht, dass du den Wuala-Client brauchst, um auf deine Wuala-Daten zuzugreifen. Es ist nur so, dass sogar wir deine geheimen Daten nicht kennen, sie also auch im Web nicht anzeigen können. Du kannst aber jederzeit einen Geheimlink für einen Wuala-Ordner erzeugen und dann die Daten im Web anschauen. Das ist genau so sicher wie der Login bei Dropbox. Der Unterschied hier ist einfach, dass bei Wuala deine Privatsphäre von vorn herein erst mal geschützt ist. Wenn z.B. jemand Daten von unseren Servern klaut, dann nützt Ihm das überhaupt nichts, denn es ist alles verschlüsselt (das stimmt übrigens auch für Daten, die über Geheimlink zugreifbar sind). Wenn jemand die Daten bei Dropbox klaut, dann hat er deine Daten im Klartext. Und dass das keine reine Theorie ist, zeigt der Fall der geklauten Schweizer Bankdaten gerade jetzt ja recht plastisch. Du darfst auch nicht vergessen, dass jede Datei die in Dropbox liegt, auch auf alle angeschlossenen Rechner kopiert wird. Bei 2GB ist das ja noch ziemlich egal, aber ich habe z.B. meine ganze Musiksammlung in Wuala (20Gb), daneben bin ich dabei, meine DVD-Sammlung online zu stellen (30GB und steigend). Ich schreibe diesen Kommentar auf meinem Macbook mit 80GB-Festplatte. Da bin ich froh, dass ich nicht 50GB für meine Dropbox verschwende. Ich sage verschwende, denn es ist kein Problem, Filme (und Musik sowieso) direkt aus Wuala abzuspielen. Internetzugriff ist ja heutzutage nicht wirklich ein Problem. Und auf meine Urlaubsphotos kann ich auch mal einen Tag lang verzichten. Es ist übrigens auch so, dass der Wuala-Client sehr wohl ohne Online-Zugriff funktioniert. Änderungen werden einfach später hochgeladen. Aber auch wir sehen ein, dass man gewisse Daten auch ohne Internet zur Verfügung haben will; wir arbeiten dran: http://bugs.wuala.com/view.php?id=245.

Gruss aus Zürich

Thomas

#2 frank on 02.08.10 at 9:10

Hallo Thomas, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar, der noch einmal sehr schön Vorzüge von Wuala hervorhebt, die ich vernachlässigt habe. Bei großen Datenmengen ist die automatische Synchronisierung tatsächlich eher störend, aber ich habe momentan nur gute 3 GB bei Dropbox, nie nicht einmal halb gefüllt sind. Bei Wuala sieht es ähnlich aus. Bei großen zusammenhängende Dateien ist mir die Übertragung meist zu langsam.

Die Verschlüsselung ist tatsächlich ein gutes Argument für Wuala, Das lässt sich bei Dropbox bisher nur mit zusätzlichem Aufwand bewerkstelligen, z.B. per Sparsebundle oder TrueCrypt.

Mit Datenzugriff ohne Client meinte ich übrigens, dass die Daten zuerst mal bei mir auf dem Rechner liegen und erst beim Starten des Clients in die Clud geschickt werden. Aber noch während ich dies schreibe, fällt mir auf, dass das ja mit Wuala genauso geht. Nur dass ich die lokalen Daten aktiv auf das Wuala Volume ziehen muss. Und wie ich mich kenne, vergesse ich das gerade dann, wenn ich mal auf einem anderen Rechner weiterarbeiten muss.

Aber ich sehe schon, ich muss Wuala doch stärker in meinen Arbeitsalltag einbinden. Danke für den Anstoß.

#3 René Fischer on 08.20.10 at 8:40

Nun ja, Wuala bietet ja auch an einen sog. Backup-Ordner anzulegen. Damit liegen die Daten nach wie vor auf deiner HD und eben gesichert in der Cloud. Das ist prinzipiell das Gleiche was Dropbox anbietet. Nur ist das eben noch lange nicht das Einzige was Wuala an Möglichkeiten der Datenspeicherung in der Cloud bietet ;)

#4 Halodri on 08.29.10 at 18:51

Hi Leute, ich muss zugeben, mich reizen die Vorteile beider Konzepte sehr und ich war stark versucht eines davon auszuprobieren.

Ich möchte aber hier eine andere Betrachtungsweise mit einbeziehen: Klar, riesige Vorteile, seine Datensammlung (fast) überall und (fast) jederzeit verfügbar zu haben und auch ganz einfach mit Freunden synchronisieren zu können… … aber was passiert dabei im Hintergrund? Thomas Mäder aus dem ersten Kommentar dürfte das klar sein, denn er ist selbst Entwickler eines solchen Programms. 90% der User eines solchen Dienstes sind sich dessen aber nicht bewusst:

Server müssen Tag und Nacht laufen!!!

Klar, das passiert jetzt auch schon in einem unvorstellbaren Ausmaß – 2007 hatte Google z.B. ca. 450.000 Server in Betrieb und es mussten weltweit 14 Kraftwerke der 1000-Megawattklasse ausschließlich zur Stromversorgung von Rechenzentren betrieben werden, der CO2-Ausstoss aller Haushalts-Informations- und Kommunikationstechnologie-Geräten liegt bei über 2% des gesamten CO2-Ausstosses der Menschen.

Unvorstellbar, wie sich diese Zahlen ändern würden, wenn plötzlich jeder diesen netten, kostenlosen Service, zusätzlich zum Emailservice, auch noch seine privaten Datensammlungen jederzeit und überall verfügbar zu haben, in Anspruch nehmen würde!!!!!!!!!!!!!!

Macht Euch mehr Gedanken, es gibt nichts umsonst!

[Quellen, sehr leicht zu ergoogeln, z.B.: http://www.shortnews.de/id/656184/Studie-14-Kraftwerke-notwendig-um-alle-Server-weltweit-mit-Strom-zu-versorgen http://www.ikk-isc.de/internet/infoline/17082/IKK-ISCCheck14.pdf]

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