hit happens

Gute Werbung polar­isiert. Der eine findet’s toll, der andere grot­tig. Manchmal ver­hin­dern Sachzwänge wie Kundenwunsch, Briefing oder (nicht vorhan­dene) Strategie eine überzeu­gende Lösung. Und es gibt immer jeman­den, dem die eine oder andere Werbung nicht gefällt. Manchmal ändert sich die eigene Meinung nach einer gewis­sen Eingewöhnungszeit auch schon mal. Aber die aktuellen Plakate für hr3 finde ich gle­ich aus mehreren Gründen textlich miss­lun­gen: Ein riesiges Hit hap­pens mit einem Radio darunter.

Zunächst bedeutet die Kernaussage Hit hap­pens für mich, „wir spie­len manch­mal zufäl­lig einen Hit“. Und das ist doch ziem­lich schlapp gegenüber der Aussage der Konkurrenzsender, einen Hit nach dem anderen zu spielen.

Ganz abge­se­hen davon, dass diese Aussage natür­lich von der inter­na­tional gebräuch­lichen Redewendung Shit hap­pens überlagert wird, mit der ich als Radiosender nun wirk­lich nicht assozi­iert werden.

Hit hap­pens? Shit hap­pens! Manchmal auch in der Werbung.

Von Leo Burnett, die den Etat im Juli gewon­nen haben, bin ich eigentlich Besseres gewohnt (Schließlich ist das die Agentur, die mich nach dem Studium als Junior-Texter eingestellt hat.) Mal sehen, wie die näch­sten Motive ausse­hen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass dieses Plakat die „Markenwerte des Senders weit­er­en­twick­eln“ wird. Jedenfalls nicht in die gewün­schte Richtung.

Update: Vielleicht liegt’s ja daran, dass Leo mit­tler­weile zur Publicis Group gehört? Wenn man so liest, was Spießer Alfons dazu schreibt …

Über frank

Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau), Creative Director, Texter, Journalist, Leser, Mac-Nerd, Jogger

18. Januar 2010 von frank
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