hit happens
by frank
Gute Werbung polarisiert. Der eine findet’s toll, der andere grottig. Manchmal verhindern Sachzwänge wie Kundenwunsch, Briefing oder (nicht vorhandene) Strategie eine überzeugende Lösung. Und es gibt immer jemanden, dem die eine oder andere Werbung nicht gefällt. Manchmal ändert sich die eigene Meinung nach einer gewissen Eingewöhnungszeit auch schon mal. Aber die aktuellen Plakate für hr3 finde ich gleich aus mehreren Gründen textlich misslungen: Ein riesiges Hit happens mit einem Radio darunter.
Zunächst bedeutet die Kernaussage Hit happens für mich, „wir spielen manchmal zufällig einen Hit“. Und das ist doch ziemlich schlapp gegenüber der Aussage der Konkurrenzsender, einen Hit nach dem anderen zu spielen.
Ganz abgesehen davon, dass diese Aussage natürlich von der international gebräuchlichen Redewendung Shit happens überlagert wird, mit der ich als Radiosender nun wirklich nicht assoziiert werden.
Hit happens? Shit happens! Manchmal auch in der Werbung.
Von Leo Burnett, die den Etat im Juli gewonnen haben, bin ich eigentlich Besseres gewohnt (Schließlich ist das die Agentur, die mich nach dem Studium als Junior-Texter eingestellt hat.) Mal sehen, wie die nächsten Motive aussehen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass dieses Plakat die „Markenwerte des Senders weiterentwickeln“ wird. Jedenfalls nicht in die gewünschte Richtung.
Update: Vielleicht liegt’s ja daran, dass Leo mittlerweile zur Publicis Group gehört? Wenn man so liest, was Spießer Alfons dazu schreibt …