Vodafone-Kampagne Generation Aploht

Vodafone hat ja nun mit viel Bohei die neue Kampagne gelauncht, die in der Szene promi­nente Blogger sowie YouTube-Promis als Testimonials ein­setzt. Alle haben schon darüber geschrieben wie sinn­los bzw. toll die Kampagne ist. Wie das Ganze bei den Werbern ankommt, kann man in den Kommentaren bei Off-the-record nachlesen.

Ich lasse mal alle aktuellen Themen bei­seite und denke nur an die Zeit zurück, als ich ver­sucht habe, zwei seit Jahren laufende Vodafone Handy-Verträge zu kündi­gen. Die ganze Geschichte würde zu lange dauern, deshalb nur ein Ausschnitt. Es fängt schon damit an, dass man online und in den Shops alles machen kann, nur nicht kündi­gen. Das muss schriftlich erfol­gen, wär‹ ja sonst zu einfach.

Eigentlich wollte ich ja nach dem Ablauf der Verträge ganz in Ruhe den Markt sichten und schauen, welcher Provider die besten Konditionen für mich bietet.

Aber dann gab es jede Menge Telefonterror-Anrufe von Vodafone, um mich zur Rücknahme der Kündigung zu bewe­gen. Bei einem der let­zten Anrufe wollte man mir ange­blich ein Abschiedsgeschenk von eini­gen Freiminuten machen, ohne Verpflichtungen, hieß es auf meine Nachfrage, der Vertrag würde trotz­dem auslaufen.

Als man mein Kennwort dafür wollte, sagte ich, dass ich auf alle Geschenke verzichte und nur das Vertragsende wolle, natür­lich gab ich das Kennwort nicht preis. Zwei Tage später bekam ich einen Brief, in dem man mir für die Rücknahme der Kündigung dankte. Keine Ahnung, wie das ging. Letzten Endes kostete es mich diverse eingeschriebene Briefe, bis ich endlich frei war.

Damit war Vodafone für mich auf immer und ewig gestorben.

Da kann die Netzabdeckung noch so toll sein und die Kampagne so Web 2.0 oder sogar 3.0, ich glaube ihnen kein Wort. Einfach mod­erne Kanäle wie Twitter voll­ballern und zu ver­suchen, sich Street Credibility anzueignen, indem man Internetzcommunitybenutzerpromis einkauft, reicht eben doch nicht.

Erst das Verhalten ändern, die Tarife, die Angebote. Dann darüber reden. Ansonsten ist das Ganze ein Werbe-Bla-Bla der alten Schule, das leicht durch­schaut wird.

Über frank

Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau), Creative Director, Texter, Journalist, Leser, Mac-Nerd, Jogger

14. Juli 2009 von frank
Kategorien: Info, twitter, Uncategorized, web2.0, Werbung | Schlagwörter: , , , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

  1. Solche Erfahrungen habe ich mit Vodafone auch gemacht. «Als langjähriger Kunde möchten wir Ihnen ein unverbindliches Geschenk machen.» Auch nach mehrma­liger Nachfrage im ange­blich aufgeze­ich­netem Telefongespräch, ob das Angebot wirk­lich unverbindlich ist, wurde ich dann mit einem 24-monatigen Hometarif beschenkt. Es kostete Zeit, Einschreiben und Nerven, den zu widerufen. Vodafone kostete es mich als Kunden: Nach 14 Jahren habe ich dann gekündigt.

  2. Schöner Eintrag: Möchtegern Street-Credibility von Möchtegern Web 2.0-Werbern

  3. dass google dir da jetzt voda­phone rechts in die ad-leiste reinknallt ist natür­lich keine feine sache .…

  4. Beim Werben nach der alten Schule gab es allerd­ings doch meist wenig­stens etwas zu bewer­ben, auch wenn das über den grü­nen Klee gelobt wurde. Bei Vodafone sehe ich ehrlich gesagt keine attrak­tiven Angebote die mich überzeu­gen kön­nten. Von daher kön­nen sie so viel zwitsch­ern und inter­agieren wie sie wollen, selbst wenn das nicht so grandios nach hin­ten los­ge­gan­gen wäre, kön­nen sie die Kunden ein­fach nicht mit nichts in der Hand zu sich holen.

  5. @stephan, och wieso, schließlich zahlt Vodafone ja für die Anzeigen, wenn jemand darauf klickt. Und wenn dann einer tat­säch­lich nach dem Lesen des Eintrags einen Vertrag bei Vodafone abschließt, weiß er wenig­stens, was ihn erwartet.

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