Meine letzte Mail an SchülerVZ wegen nicht entfernter Pornolinks.

Ich hatte ja hier schon über meinen Mailwechsel mit SchülerVZ zum Thema Pornolinks berichtet.

Da sich nach den angekündigten 7 Tagen bei dem monierten Link immer noch nichts getan hatte, habe ich das Unternehmen noch ein­mal angeschrieben und bekam auch Antwort — aber keine befriedi­gende. Ich veröf­fentliche hier noch ein­mal meine Antwort darauf, in der ich auch aus der let­zten Mail von SchülerVZ zitiere. (Erkennbar an den vor­angestell­ten > )

Sehr geehrte XXXX,

ganz offen­sichtlich gehen unser Auffassungen zum Thema Jugendschutz weit auseinan­der. Ich werde ver­suchen, Ihnen meinen Standpunkt als Vater von 4 Töchtern noch ein­mal zu vermitteln.

Beginnen wir mit dem Grundsätzlichen. Sie schreiben

Im Übrigen han­delt es sich bei dem Gegenstand, um den wir hier disku­tieren, nicht um «pornografis­che Inhalte auf schülerVZ», son­dern lediglich um einen Link auf solche im Internet — auffind­bar auch jed­erzeit über die gängi­gen Suchmaschinen.

Meine Tochter hat keine Hardcore-Pornos mit einer Suchmaschine zu finden ver­sucht, son­dern gedanken­los auf einen Link gek­lickt, der sich auf Ihrer Seite befand; einer Seite, die sich gezielt an Schüler wen­det und behauptet, «alles für ein möglichst hohes Jungendschutzniveau zu tun.» In diesem schein­bar geschützten Bereich sprin­gen ihr jetzt «lediglich» überraschend Bilder von Paaren beim Analverkehr ent­ge­gen, die sich auch nur mühevoll wieder schließen lassen.

Ich hätte erwartet, dass Sie als Betreiber der Seite solche Art von Links — wenn schon nicht fil­tern — so doch zumin­d­est ent­fer­nen, sobald Sie davon Kenntnis erhal­ten. (Zitat: «Inhalte, die gegen den Verhaltenskodex ver­stoßen, wer­den gelöscht, sobald sie uns gemeldet werden.»)

Der Link, den ich ihnen vor fast drei Wochen gemeldet habe, ist immer noch nicht entfernt.

Des weit­eren kann ich Ihre Einstellung in fol­gen­den Punkten nicht nachvollziehen:

Den Nutzer, der die Links auf die Pinnwände gepostet hat, haben wir ver­warnt. Wir sehen keinen Anlass, sein Profil zu löschen, son­dern möchten ihm natür­lich die Möglichkeit geben, sein Verhalten zukün­ftig zu verbessern. Die Nutzer, auf deren Pinnwand sich der Link befand, haben wir aufge­fordert, diesen zu ent­fer­nen. Einige sind der Aufforderung nachgekom­men. Die, die den Eintrag nicht gelöscht haben, haben wir gemäß Ankündigung kom­plett aus dem schülerVZ gelöscht.

Der Nutzer, der Links zu pornographis­chen Inhalten auf diversen Pinnwänden postet, und damit wissentlich gegen den Verhaltenskodex ver­stößt, erhält lediglich eine Verwarnung, die kein­er­lei Konsequenzen nach sich zieht. Mit anderen Worten: er braucht nichts zu unternehmen, es kann ihm her­zlich egal sein.

Die Nutzer, die den Link, den der Verursacher auf ihrer Pinnwand hin­ter­lassen hat, nicht rechtzeitig ent­fer­nen, wer­den gelöscht, de facto also bestraft, wenn sie nicht in Aktion treten.

Stellen Sie sich mal vor, ich würde meinen Müll bei Leuten in der Nachbarschaft in den Garten kip­pen. Macht ja nichts, ich werde nur aufge­fordert, das nicht wieder zu tun. Aber meine Nachbarn müssen jetzt in Aktion treten, um den Müll zu beseit­i­gen, weil sie sonst zur Rechenschaft gezo­gen wer­den. Und wenn sie zum Beispiel im Urlaub sind und gar nicht rechtzeitig agieren kön­nen, haben sie eben Pech gehabt. Verkehrte Welt.

Wenn Ihnen noch Pinnwände bekannt sind, auf denen sich der Link befindet, soll­ten Sie uns dies bitte mit­teilen, dann kön­nen wir auch hier reagieren.

Der Link, den ich hier­mit zum drit­ten Mal moniere, ist der Gleiche, den ich in meiner ersten Mail bean­standet habe. Und er ist immer noch erre­ich­bar, das Profil wurde nicht gelöscht. Die ganzen Mails, in denen Sie mir «aus­führlich geschildert» haben, wie Sie reagiert haben, wären überflüs­sig gewe­sen, wenn Sie stattdessen tat­säch­lich etwas getan und den Link gelöscht hätten.

Was Sie ange­blich getan haben wollen, haben Sie mir geschrieben. Allerdings kann ich fol­gen­des nach­prüfen: Ich habe einen Link auf einem Profil am 28. März gemeldet, dieser Link ist heute, am 16. April immer noch von Schüler VZ aus erre­ich­bar, das Profil ist nicht gelöscht.

Verständnislose Grüße, Frank Müller

Mittlerweile haben wir den 5. Mai 2009. Eine Antwort auf diese Mail habe ich natür­lich nicht bekom­men. Der bean­standete Link ist inzwis­chen zwar auf Seite 4 der Pinnwand gewan­dert aber immer noch anklick­bar, das Profil wurde auch nicht gelöscht. Jugendschutz? Dass ich nicht lache!

Über frank

Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau), Creative Director, Texter, Journalist, Leser, Mac-Nerd, Jogger

05. Mai 2009 von frank
Kategorien: Familienleben, Uncategorized | Schlagwörter: , | 10 Kommentare

Kommentare (10)

  1. dickes Ding.

  2. Wie wäre es mit einer Anzeige bei der Polizei? Macht zwar Mühe, ist aber sicher wirk­samer, als weit­ere Mails.

    @an_floet: die Wortwahl passend zu Thematik oder purer Zufall? ;)

  3. Das is doch totaler quatsch was sie schreiben. Im SchülerVZ kann man keine Links ein­fü­gen bzw. anklicken. man kann lediglich den link kopieren und in die adressen­zeile ein­fü­gen sodass man auf die porno seite gelangt. Das heisst, dass das Kind, was auf diese Seite geht, 100% auf diese Seite gehen will. Da SVZ ab einem Bestimmten alter zuge­lassen ist, kann man davon ausege­hen dass die kid­dies in dem Alter in der Lage sind zu wis­sen was, «Sex» «anal» oder «blowjob» heißt und dass sie wis­sen soll­ten, dass man nich auf solche seiten gehen darf.

    Außerdem wie soll SVZ 5 mil­liar­den Nachrichten und Pinnwandeinträg kon­trol­lieren? ist schließlich eine kosten­lose Community.

    Also, regen sie sich ab alter und akzep­tieren sie, dass jeder mit Internet auf pornografis­chen seiten lan­den kann. bewusst oder unbe­wusst. sogar 12 jährige Kinder.

    Wenn sies nicht checken wollen, ver­bi­eten sie ihren Kindern das Internet.

    ich per­sön­lich find Bücher eh viel besser…

  4. Es würde mich schon wun­dern, wenn meine Tochter sich mal eben ein paar Porno-Bilder anschauen wollte, während meine Frau neben ihr sitzt. Und wenn sie 100%ig vorge­habt hätte, auf diese Seite zu gehen, hätte sie mit Sicherheit anders auf die Bilder reagiert. So genau liest man in der Regel auch nicht, was in jedem Link steht.

    Vielleicht kann SchülerVZ nicht alle Pinnwandeinträge kon­trol­lieren, aber das erwarte ich auch gar nicht. Was ich jedoch erwarte ist, dass man pornographis­che Links, von denen man Kenntnis erhal­ten hat, löscht, wenn es schon keinen Filter für diese Seite gibt, die sich an Minderjährige richtet und mit Jugendschutz brüstet.

    SchülerVZ ist nicht das Internet, und das Verhalten der Betreiber dieser Community ver­di­ent es meiner Meinung nach schon, sich darüber aufzure­gen. Das Internet werde ich meinen Kindern ebenso wenig ver­bi­eten wie SchülerVZ. Allerdings wollte ich meine Erfahrung mit anderen Eltern teilen, um sie vor dem Irrtum zu bewahren, hin­ter dem hehren Jungendschutzanspruch stecke Substanz.

    Wenn Sie Bücher viel besser finden, dann lesen Sie doch mal ein paar. Vielleicht verbessert sich dann Ihre Rechtschreibung und Sie ler­nen, dass man solche Beiträge nicht als »pizza« kom­men­tiert und sich hin­ter falschen eMail-Adressen ver­steckt. (Ja, ich hab’s gecheckt.) Weitere Kommentare dieser Art ver­schwinden im Nirvana.

  5. Update: Ich habe jetzt erfahren, dass man Links in SVZ nicht klicken kann, son­dern in die Leiste ziehen muss.

    Natürlich sollte man sich Links vorher durch­le­sen, und ich hoffe, meine Tochter wird das ab jetzt auch machen, egal, ob sie etwas anklickt oder es in die Adressleiste zieht.

    Das ist ein Klick und eine Mausbewegung mehr und geht fast genauso schnell wie ein Klick, ändert aber nichts an dem grund­sät­zlich nicht vorhan­de­nen Schutz und der unver­ständlichen Reaktion seit­ens SVZ (bzw. dem Ausbleiben einer solchen, sieht man mal von den Mails ab).

    Übrigens schalte ich keine Kommentare frei, die anonym gepostet wer­den. Spart Euch also die Mühe.

  6. Hallo,

    Ich hab diese Seite erst heute gefun­den und bin echt schock­iert. Mir ist das selbe passiert. Ich habe auf einer Pinwand gele­sen: «hier hast du deine Pornoseiten»! dort waren dann 24 Pornoseiten aufge­lis­tet. Als ich dies meldete wurde trotz­dem nichts unter­nom­men. Die Verantwortlichen soll­ten schnell han­deln anstatt dumme e-mails zu ver­schicken. Das ist meine Meinung dazu.

    Gruß Patrick

  7. is ja total fiess tret denen in den ppppppppppppiiiiiiiiiiiiiiiiip

  8. Hallo Leute, man kann auf die Links klicken! Das haben sie nicht geän­dert! Wenn man die Links in das Profil ein­fügt, dann geht das nicht, aber auf der Pinnwand und auch in Foren funzt das ganze noch. Generell kann man aber auch bean­standen, dass das SVZ-Team viel zu locker rangeht. Immerhin sind dort auch Profilbilder oder Gruppenbilder die Freizügiger sind. Wenn man dage­gen dann was sagt, führt das meis­tens eben­falls zur Verwarnung oder Löschung und das Pornoproblem ist nicht das einzige: Wenn man aus Gründen des Datenschutzes seinen wirck­lichen Namen nicht angeben will, so wird man meis­tens eben­falls gelöscht. Die gesammte Seite ist ein Fehlgriff, aber davon mal ab. Es gibt genug Gründe um nicht mehr im SVZ zu sein, so wie viele die dafür sprechen.

  9. Bei allem Respekt … es ist doch wohl nichts ein­facher als im Internet auf pornografis­chen Inhalt zu stoßen .

    Wenn man nur verse­hentlich irgendwo drauf klickt sprin­gen einem schon ein­deutige Sachen entgegen.

    Das heiße ich natür­lich nicht gut , im Gegenteil . Aber wenn sie wollen dass ihre Tochter nicht damit in Berührung kommt , dann wird die einzige Möglichkeit sein ihr den Zugang zum Internet kom­plett zu verbieten.

    Schüler VZ besteht aus 12 Mitarbeitern , von daher ist es ihnen natür­lich nicht möglich alle solche Missbräuche zu ahnden

    mit fre­undlichen Grüßen

    Felix

  10. Ebenfalls bei allem Respekt: SchülerVZ gehört zu den VZNetzwerken, die wiederum zum Holtzbrinck-Konzern gehören. Laut Wikipeda küm­merten sich im Frühjahr 2010 rund 300 Mitarbeiter um die Plattformen. Und von einem Anbieter, der sich explizit an Kinder richtet, erwarte ich, dass er pornographis­che Inhalte bei Bekanntwerden entfernt.

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