Pathway, Wikipedia und Post-Punk-Pre-Emo

Schon vor eini­gen Monaten hat mich Holger von FreewareOSX auf Pathway aufmerk­sam gemacht. Inzwischen liegt es in der Version 0.6 vor und läuft schon schön rund, btraucht allerd­ings Mac OS Tiger (10.4). Bei Pathway han­delt es sich um ein Programm, dass dabei hilft, sich nicht kom­plett im Informationsdschungel der Wikipedia zu verir­ren. Es zeigt den Weg, durch den man von Höckchen auf Stöckchen gekom­men ist und visu­al­isiert anklick­bare Schlagworte, so dass man nicht den ganzen Artikel lesen muss, son­dern schnell auf den Punkt kommt, der eigentlich interessiert.

Am besten, man sieht sich sich einige Bildschirmschüsse an, dann kapiert man schnell das Prinzip.

Als kleine Abschweifung und Illustration, wozu ein Programm wie Pathway gut sein kann hier noch meine Pathway-Erfahrung von heute mor­gen: Als ich Emo nach­schlug, sah ich überraschen­der­weise recht schnell, dass Hüsker Dü als einer der Vorläufer gilt.

Stimmt, erin­nerte ich mich, es gab zuerst etwas Verunsicherung in Punk-Kreisen, ob das nun kor­rek­ter Punk war. Diese Satzgesänge. Und die Melodien. War das erlaubt? Einen Klick weiter, stellte ich dann fest, dass die Gruppe tat­säch­lich nur zwei Konzerte in meiner der Nähe meines dama­li­gen Wohortes gegeben hat (Hamburg 1985 und 1987, immer­hin noch 150 Kilometer ent­fernt) und ich auf bei­den anwe­send war. Dabei fiel dann auch das unko­r­rekte Aussehen auf.

Beispiel 1985: Konzertbeginn sollte 21.00 h sein. Wir rech­neten mit den üblichen Verspätungen und einer Vorgruppe. Um 21.05 h kamen 3 Leute auf die kleine, niedrige Bühne, die von den Lehrter Punks, mit denen ich in Hamburg war, zunächst für Roadies gehal­ten wur­den (Von mir natür­lich auch). Allerdings set­zen sich die Typen dann ein­fach an die Instrumente und begann zu spielen.

Das waren Hüsker Dü? Unmöglich. Große Entrüstung. Der Gitarrist ein dick­licher Normalo im lei­der eng sitzen­den T-Shirt, der Bassist sah mit seinem gezwirbel­ten Schnurrbart aus wie ein Pizzabäcker und der Schlagzeuger war ein Hippie: Lange Matte, offenes Holzfällerhemd und barfuß.

Die kor­rekt in besprühte Lederjacken gek­lei­de­ten Punks waren entrüstet, ich amüsiert. Die Musik war gut, die Reaktionen lustig. Einer sprang mal zwis­chen­durch auf die Bühne und gab seiner Verwunderung Ausdruck: »Hüsker Dü war eine Punk Band, das hier ist Kommerz«. Der kan­nte wohl nur strange week mit dem Text Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday, Sunday, uuuurrrgh!

Als Zugabe gab es dann noch feist grin­send ein Beatles-Stück. Sehr lustig. Die trauten sich was.

Über frank

Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau), Creative Director, Texter, Journalist, Leser, Mac-Nerd, Jogger

04. Januar 2007 von frank
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